Literarische Fiktion 2022-24

Zur See von Dörte Hansen

Dörte Hansen erzählt uns die Geschichte einer Insel und ihrer Bewohner. Sie zeichnet ein eindrückliches Bild einer Familie, die seit Generationen von der Seefahrt lebt. weiterlesen

Melody von Martin Suter

Tom, arbeitsloser Anwalt, dessen Vater verstorben ist und ihm nicht die erhoffte Liquidität ermöglicht, braucht einen Job. Er soll den Nachlass von Dr. Stotz ordnen. weiterlesen

Die Details von Ia Genberg

Als die Ich-Erzählerin beginnt zu erzählen, liegt sie mit Fieber im Bett. Sie erinnert sich an Menschen die ihr begegnet sind und sich nachhaltig in ihre Seele eingebrannt haben. Da war Johanna, die Geliebte, mit der sie nicht nur das Lesen verband. weiterlesen

Lichtungen von Iris Wolff

Lev lernte Kato auf eigentümliche Weise kennen, auf eine Art, die er sich nicht gewünscht hat, denn eigentlich wollte er mit dem eigenbrötlerischen Mädchen, aus seiner Klasse nichts zu tun haben. Doch dann lernen sie sich kennen und schätzen. weiterlesen

Das späte Leben von Bernhard Schlink

Martin schwelgt in Erinnerungen, an den Vortrag, den er in der Kirche gehalten hatte, die junge Frau, die seine wurde. Ulla, die ihm nach sechs Jahren, das größte Glück schenkte, ihren gemeinsamen Sohn David, jetzt ist er sechs. Martin war gerade bei seinem Hausarzt, eine gelegentliche Übelkeit, die ihn heimsucht zu erklären. Nun bleiben ihm noch sechs Monate, wenn alles gut geht. weiterlesen

Tunnel von Grit Krüger

Seit Maschas “Tröster”, die Kleine fast erwischt hat, traut die sich nicht mehr aus ihrem Zimmer, wenn er bei Mama ist. Lieber pinkelt sie in ihren Legokasten, als ihm nocheinmal zu begegnen, und wenn er ihr noch so viele Teddys vor die Tür legt. weiterlesen

 

Dünnes Eis von Theres Essmann

Marietta wird morgen Einhundert Jahre alt, jetzt ist es 24 Uhr, sie liegt unruhig im Bett. Nicht wegen ihres Geburtstags, sondern wegen der Schatten, die die Dunkelheit wirft. Sie setzt sich an ihren Schreibtisch und kramt ein paar Fotos aus der Schublade hervor, so, wie sie es immer macht, wenn sie nicht schlafen kann. Sie dreht ein Bild um und schaut auf ihren Heinrich, “den der russische Winter verschluckt hat”. weiterlesen

 

Krummes Holz von Julia Linhof

Im Taunus muss er seine heiße Stirn an die kühle Scheibe der Beifahrertür lehnen. Leanders starker Unterarm, mit dem roten Flaum verwirrt ihn, sein Geruch nach Erde und Zigarettenrauch lässt ihn die Augen schließen. Fünf Jahre haben sie sich nicht gesehen. Eine lange Zeit, die alles verändert, wenn man so jung ist wie Jirka. weiterlesen

Mutternichts von Christine Vescoli

Mutter war acht Jahre, als sie eine Dirn wurde. Ihre Eltern schickten sie zu fremden Bauern, auf einen großen Hof einige Kilometer entfernt. Das war nichts Ungewöhnliches. Familien, die nicht alle ihrer Kinder ernähren konnten brachten die Überzahl woanders unter. Befremdlich war, dass die Eltern nach Mutters Weggabe weitere Kinder bekamen. Und warum traf es ausgerechnet Mutter? Die Protagonistin fährt in das Tal, zu dem Hof, der Mutter verschluckte, sucht nach den Spuren, die Mutter in Nichts auflösten, nach Worten, die Mutters Schweigsamkeit begründen. weiterlesen

Wir sind Pioniere von Kaleb Erdmann

Bruckner wacht verkatert in einem Hotel in Graz auf, weil jemand im Flur ununterbrochen “hoaskeeping” ruft. Gestern war er mit den Start Up Leuten noch um die Häuser gezogen, heute wird er sie im Rahmen des ESC interviewen. Gerade erfährt er per Whats App, dass Vero schwanger ist. Bruckner freut sich wie Bolle, aber nur ganz kurz, denn dann trift ihn der Kater im Kopf volle Breitseite. weiterlesen

Maifliegenzeit von Matthias Jügler

Am siebten Mai 1978 begräbt Hans seinen Sohn. Der Feuerwehrmann, dessen Aufgabe das eigentlich war, ist in Urlaub. Der Einfall des Sonnenlichts setzt alles ihn Umgebende grell in Szene. Die weißen Blüten des Apfelbaums, die pastelgelbe Kirche, den roten Traktor. Nachdem er auf die Erde eingehackt hat, mit der ganzen Kraft des fünfundzwanzigjährigen, bricht er zusammen und weint. weiterlesen

Heilung von Timon Karl Kaleyta

Er ist im wohl temperierten Außenbecken, um ihn herum meterhoch Schnee. Seine Frau Imogen hat ihn in nach Südtirol geschickt zu Professor Trinkl. Hier bieten sie ihm einen Cocktail aus Naturheilkunde und Spitzenmedizin. Mehrere Besuche bei Spezialisten ergaben zwar, dass er nicht krank ist aber Imogen bestand auf diesem Versuch. Ihr Wunsch ihm zu helfen weckt seinen Trotz. weiterlesen

Die Vermesserin der Worte von Katharina Seck

Die neunundzwanzigjährige Ida hat schon ein paar Bücher veröffentlicht. Zur Zeit lebt sie von dem Vorschuss, den ihr Verlag ihr für die nächste Geschichte gezahlt hat aber Ida hat ihre Worte verloren. weiterlesen

Reichlich spät von Claire Keegan

Sabine, das ist die zierliche Brünette, mit guter Figur und grünen Augen. Das eine Auge nicht ganz wie das andere, leicht nach innen gestellt. Er hatte sich von ihrem Kleidungsstil angezogen gefühlt, an dem Tag, als sie sich kennenlernten. Sabine in einem weißen Hosenanzug mit Sandalen, eine bunte Perlenkette um den Hals. weiterlesen

Weltalltage von Paula Fürstenberg

Weltalltage, das sind die Tage, an denen ihr Schwindel ihr das Gefühl gibt, Zeit und Raum zu verlassen, um sich einer Schwerelosigkeit hinzugeben, die sie als Betroffene bedrohlicher erlebt, als ihre Mitmenschen. Sie kennt Max seit einer gefühlten Ewigkeit. Beide im Osten Deutschlands aufgewachsen, beide Kinder alleinerziehender Mütter. Max‘ Mutter Ingenieurin, ihre Textilpflegerin. Max und sie waren sich einig, wenn sie auf Westkinder hinabsahen. weiterlesen

Jeanie und Julius von Claire Fuller

Jeanie war sechzehn als sie die Schule ohne Abschluss verließ. Das rheumatische Fieber hatte sie erwischt und die Bakterien ihr Herz nachhaltig geschädigt. Ihre Mum Dot berschwor sie immer wieder, sich zu schonen und so häuften sich die Fehlzeiten. Sie hatte sich von Dot zeigen lassen, wie man den Garten bewirtschaftet. Ein paar Hühner wurden angeschafft, und dank den Gelegenheitsarbeiten ihres Bruders Julius hielten sie sich gerade so über Wasser. weiterlesen

Das perfekte Grau von Salih Jamal

In dem maroden ehemaligen Grand Hotel herrscht die resolute Schmottke. Frau Schmottke ist um die 60, verwitwet und arg in die Breite gegangen. Jeden Tag sitzt sie in ihrem Sessel hinter der Rezeption und schikaniert ihr Personal. Rufus, der schwarze Afrikaner ist den schweren Weg aus seiner Heimat Senegal nach Deutschland gegangen, augenscheinlich, um in Schmottkes Küche zu stehen. Mimi, Mitte 40, Anfang 50 mit ihrer schlanken Statur und Doris Day-Frisur ist Mädchen für alles. Ein bisschen Küche, etwas Frühstück und einige Betten. weiterlesen

Solange wir Schwimmen von Julie Otsuka

Was für eine schöne Geschichte. Julie Otsuka erzählt mir auf humorvolle und menschenfreundliche Art von den unterschiedlichsten Leuten, denen allen gemein ist, sich beim Schwimmen zu regenerieren und anschließend wie neu zu fühlen. Sie erzählt davon, wie wir dazu neigen uns von den Widrigkeiten des Lebens durch den Wolf drehen zu lassen. weiterlesen

Bevor ich es vergesse von Anne Pauly

Sie fährt allein in das Haus ihres Vaters um auszusortieren, sich von Dingen zu trennen, die niemand mehr will. Die vielen Telefonate fallen ihr ein, wenn er sie angerufen hat. Dann ist er die Treppe hinabgestürzt und hat sich die Stirn angeschlagen. Ein folgendes Subduralhämatom hatte ihn ins Krankenhaus gezwungen. Aus Wut über seine Alkoholausfälle ging sie nicht ans Telefon und hat sich vor Selbstvorwürfen zerfressen. weiterlesen

Das Loch von Hiroko Oyamade

Das junge Paar Asa-chan und Mune-chan ziehen aus ihrer Mietwohnung aus. Asa-chans Mann wurde von einer in die andere Präfektur versetzt, ist eine Gehaltsklasse aufgestiegen und die Überstunden werden bezahlt. Ganz im Gegensatz zu Asa-chan selbst. Sie hat keine Festanstellung, muss auf jede Sondervergütung hoffen und sich dankbar zeigen und fühlt sich neben den Festangestellten als Mensch zweiter Klasse. weiterlesen