Amphibium von Tyler Wetherall
Susie mou liegt im Bett, als die elfjährige Sissy aus der Schule kommt. Die Vorhänge, wie immer zugezogen, liegt sie auf der Seite und sieht zur Wand. Ein Blick in den Kühlschrank spiegelt Sissys innere Leere. Sie füllt eine Schale mir Cornflakes und schüttet die restliche Milch darüber, sie schmeckt sauer. weiterlesen
Himmel ohne Ende von Julia Engelmann
Charlie ist fünfzehn und muss zur Schulpsychologin Frau Knubbe. Sie sitzt ihr in ihrem Büro gegenüber und lässt den Blick schweifen. Auf dem Schreibtisch liegen stapelweise Mappen, ungeordnete Stifte, eine Schale mit Rosinen und eine Schachtel Zigaretten. Wenn die Wohnung der Spiegel der Seele ist, wie Charlies Mama immer sagt, dann ist Frau Knubbes Seele ziemlich rummelig. weiterlesen
Jahre ohne Sprache von Ann Esswein
In jener Nacht morgens zwischen drei und fünf Uhr, lagen sie alle auf der Decke, vor sich, die ausgehende Glut des Lagerfeuers. Sie hatten sich liegend Tropi Frutti Wodka weitergereicht, ohne sich anzusehen. Nach und nach setzte leises Schnarchen ein. Ihr war zum Kotzen. Die Übelkeit verstärkte sich durch die kalte Hand, die auf ihrem Oberschenkel lag. weiterlesen
Die Routinen von Son Lewandowski
Die Übelkeit begann mit dem Sturz der anderen. Amik saß auf den Zuschauerrängen. Es war die erste Olympiade, die sie von außen sah. Der Trainer hatte entschieden, sie war nicht mehr dabei. weiterlesen
Spielverderberin von Marie Menke
Die Hauptstraße von Süthland ist schmal. Breit genug für einen Traktor, aber zu eng, als dass zwei Autos aneinander vorbeikämen. Sophie sitzt in dem alten Fiat ihres Großvaters, um Lotte abzuholen und sieht sie schon von weitem. Bunte Hose mit Gummizug, Batik-Shirt und Batik-Tasche. weiterlesen
Hirschtier von Claire Oshetsky
Penobscot ist eine Kleinstadt mit ungeteerten Straßen, vielen Kirchen, vielen Gläubigen und einer Papierfabrik. Dahinter Felder mit mehligen Kartoffeln, Farmen mit Milchkühen, Schweinen und Schafen. Dahinter der Wald, in dem Kinder spielen. Dort leben auch wilde Männer, die Kinder mit Rotwild verwechseln und auf sie schießen. Die Elche sind reizbar und wehrhaft. Wer unter ihre Hufe gerät, überlebt selten. weiterlesen
Schwarzer September von Sandro Veronesi
Der zwölfjährige Gigio ist mit seinen Eltern am Meer. Seine Mama ist eine Erscheinung mit ihrem roten Haar, den smaragdgrünen Augen und den Sommersprossen auf magnolienweißer Haut. Ihre Schönheit ist in Irland verwurzelt. Mit elf Jahren kam sie aus einem verrufenen Stadtteil Dublins mit ihren Eltern nach Italien. weiterlesen
Sommer der schlafenden Hunde von Laura Dürrschmidt
Als das mit Josef passiert ist, hat Laura sich im Bett versteckt und nur noch geheult, wochenlang nicht auf Trice Nachrichten reagiert, bis die ihr fast die Türe eingetreten hätte. Als sie sie reinließ, schrie Trice sie an: „Du blöde, selbstgefällige Schlampe, warum machst du so was immer mit mir? Warum muss ich mich ständig um dich kümmern, immer und immer und immer?“ weiterlesen