Das Muschelessen von Birgit Vanderbeke
Während Mutter und Kinder warten, fangen sie an über den Vater zu reden, was sie sonst nie tun. In den Köpfen der Familie tauchen langsam Erinnerungen auf, unschöne, beklemmende. weiterlesen
Der Vorleser von Bernhard Schlink
Zwischen der 36 jährigen Hanna und Michael entwickelt sich eine erotische Liebesgeschichte. Hanna liebt Geschichten und so liest Michael ihr welche vor. Die spröde Hanna nennt ihn Jungchen und scheint ein Geheimnis zu hüten. weiterlesen
Das dritte Licht von Claire Keegan
Dem Mädchen sind die Kinsellas zuerst nicht geheuer, alles ist anders, Matrazen weinen, Mr. Kinsella nimmt die Hand des Mädchens in seine, ein Geheimnis lauert über diesen Menschen. Und ein Gegeimnis ist arglistig, täuscht, legt sich schwer auf alles, wie eine Wolke aus Staub. weiterlesen
Sie sagt. Er sagt. Von Ferdinant Von Schirach
Im weiteren Verlauf des Verfahrens erfahre ich, dass die Nebenklägerin und der Angeklagte, Christian Thiede, seit Jahren ein Verhältnis hatten. Katharina Schlüter wirft Christian Thiede vor, sie am letzten Tag ihrer Übereinkunft vergewaltigt zu haben. Tatsächlich seien sie zu dem Zeitpunkt schon getrennt gewesen und hätten sich zufällig auf der Straße getroffen. weiterlesen
Intimitäten von Katie Kitamura
Nachdem der Vater der namenlosen Ich-Erzählerin von seinen Leiden der Altersschwäche erlöst wurde, geht ihre Mutter, in die Heimat Singapur zurück. Sie selbst, fühlt sich jetzt frei genug, eine weitreichende Entscheidung zu treffen und geht an den Gerichtshof in die Niederlande. Sie mag die Mentalität der Menschen dort, die sich um ihre eigenen Angelegenheiten kümmern. weiterlesen
Maude Martha von Gwendolyn Brooks
Maude Martha Brown lebt im Chicago der 1940er-Jahre. Als fünfjähriges schwarzes Mädchen wünscht sie sich nichts mehr, als gerngehabt zu werden, was gar nicht einfach ist, denn neben ihrer zwei Jahre jüngeren Schwester Helen scheint sie zu verschwinden. weiterlesen
Lust von Elfriede Jelinek
Der Direktor entsagt ihnen allen und will nur noch die eine, die seine. So schreit er´s mit lauter Stimme herum und alle ducken sich weg, auf das Glück, seiner Laune zu entkommen. Er ist der Papierfürst, der Direktor der Papierfabrik, solvent, eloquent und mit einem Gehänge ausgestattet, das seinesgleichen erst erfinden müsste. Keiner kann es mit ihm aufnehmen. Seine Gerti, die mit dem schönen Gerät, die bestangezogenste Frau in der ganzen Region. weiterlesen
Die geheimste Erinnerung der Menschen von Mohamed Mbougar Sarr
Diégane Latyr Faye, ein junger Mann aus dem Senegal schrieb nach seinem Studium einen kurzen Roman „Anatomie der Leere“. In den ersten zwei Monaten nach erscheinen verkaufte er neunundsiebzig Exemplare, etliche davon an sich selbst, dann schloss sich Stille um das Buch. weiterlesen
Kairos von Jenny Erpenbeck
Zwei Kartons hat sie, mit Aufzeichnungen, Rechnungen, Postkarten, Briefen, Fotos und Einkaufszetteln. Erinnerungen an ihn, den Hans. 1986 sind sie sich begegnet, zufällig. Da war Katharina neunzehn und Hans älter als ihr Vater. Er stieg hinter ihr aus der Bahn und sie blieb mit ihrem Pfennigabsatz in einem Gully stecken. Er lud sie auf einen Kaffee ein. Danach konnten sie sich nicht mehr voneinander lösen. weiterlesen
Wovon wir träumten von Julie Otsuka
„Japanerinnen kommt!“, lautete der Aufruf, der klang, wie ein unerhörter Traum. Er versprach Jungfrauen ein Leben in Amerika, eine Ehe mit einem gut situierten Landsmann, der schon vor Jahren sein Glück fand. Die Fotos, die die Vermittlungen ihnen schickten, zeigten gepflegte junge Männer in Anzügen, Beweise ihres Erfolges als Manager, Banker und Großgrundbesitzer. weiterlesen
Intermezzo von Sally Rooney
Peter ist Anfang dreißig. Seit sein Vater verstorben ist, arbeitet er eher sporadisch. Als Anwalt vertritt er Menschenrechte. Seine Freundin Naomi ist dreiundzwanzig und wandelt mit einer Leichtigkeit durchs Leben, die Peter an die Jugend erinnert, die er nie hatte. Er war immer ehrgeizig. Sein Leben war klar durchstrukturiert, damals mit Sylvia, seiner großen klugen Liebe. weiterlesen
All die kleinen Vogelherzen von Viktoria Lloyd – Barlow
Wenn Sunday aufgeregt ist, besteht ihr Speiseplan ausschließlich aus weißen Lebensmitteln. Toast und Haferflocken zum Frühstück, Hühnchen und Kartoffelpüree am Abend und vielleicht auch mal ein Rührei, aber nur wenn Sunday das als weiß befindet. Zuweilen nervt ihre sechzehnjährige Tochter Dolly das Essverhalten ihrer Mutter, wie es schon Dollys Vater – den König – genervt hat. weiterlesen
Jahre mit Martha von Martin Kordic
Zeljko alias Jimmy (der Einfachheit halber) wohnt mit seinen Eltern und beiden Geschwistern in einer Zweizimmerwohnung in Ludwigshafen. Sein Vater ist Hausmeister, seine Mutter Putzfrau. Seine Mutter feiert ihren Geburtstag im Gemeindehaus im Hinterhof. Sie schickt Jimmy noch schnell zum Supermarkt, dort soll er eine tiefgekühlte Schwarzwälder Kirschtorte kaufen. Der Kuchen ist für die Frau Professor Gruber aus Heidelberg, für die seine Mutter putzt. Die ist feiner als seine Mutter, Tanten und Cousinen und seine Mutter möchte, dass die Frau Gruber denkt, sie wären gute Ausländer. weiterlesen
Tschick von Wolfgang Herrendorf
Maik Klingenberg hat sich auf der Station der Autobahnpolizei in die Hose gepisst. Tschick ist verschwunden, er hat ihn gerade noch ins Gebüsch hüpfen sehen, auf einem Bein. Maik denkt an das schönste Mädchen der Welt, Tatjana Cosic, ohne sie wäre er gar nicht hier. weiterlesen
Dankbarkeiten von Virgine De Vigan
Madame Michèle Seld Michka genannt, ist eine alte, allein lebende Dame, die die Worte verliert und durch andere ersetzt. Die die Leere, die selbst die falschen Worte zunehmend verschluckt zu umgehen versucht. Michka sitzt in ihrem Sessel im Wohnzimmer. Sie kann nicht aufstehen. Die Stimme der Notrufzentrale versucht sie zu beruhigen und ruft Marie an, die sich auf den Weg zu Michka macht. weiterlesen
Nicht länger ein Mensch von Osamu Dazai
Als Kind verspürte er nie Hunger. Er war das Jüngste und saß in dem Saal, in dem sie zu zehn speisten, in der hintersten Ecke. Alle nahmen ihre Speisen in absoluter Stille mit der größten Dringlichkeit ein. Diese Zusammenkünfte an drei Zeiten des Tages wurden ihm der größte Groll. Wer nicht esse, müsse sterben, sagte man ihm und verursachte ihm nächtliche Albträume. weiterlesen
Was nicht gesagt werden kann von David Szalay
István ist mit seiner Mutter in eine andere Stadt gezogen. In der Schule ist der schüchterne Fünfzehnjährige mit dem Verhaltenskodex der Jugendlichen unvertraut. Ein anderer Außenseiter schließt sich ihm an. Sie reden viel über Sex. Der unfreiwillige Freund hat ein Mädchen gefunden, mit dem er es macht. weiterlesen