Rezensionen Goldener Retriever

Goldener Retriever von Manuel Bittorf

Autor: Manuel Bittorf, Genre: Coming -of- Age, Verlag: Gutkind, ISBN: 978-3-98941-118-0, 1. Auflage 10/2026, 224 Seiten, Preis Hardcover €22,00

Debütroman des Musikers Betterov

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DIE LIMITIERTE ERSTAUFLAGE MIT MOTIVEINBAND ‚Manuel Bittorf hämmert diese sehnsuchtsvolle Geschichte über das Erwachsenwerden mit einer Schreiblust in die Seiten, wie ich sie selten gelesen habe. Ein Brett von einem Roman. Ich hab mich kaputtgelacht.’Takis Würger Mitten auf der Straße kommt Max wieder zu sich. Um ihn herum Blaulicht. Was zum Teufel ist passiert? Er ist doch gerade erst mit seinem besten Freund Chau hier angekommen, in ihrem neuen Leben. Nach einer letzten wilden Party in der Provinz sind sie in den ICE – raus aus dem Osten, rein nach Westberlin. Im noblen Stadtteil Grunewald wohnen sie im einzigen Plattenbau weit und breit, völlig verloren zwischen Prunkvillen und Ferraris. Und dann ist da noch Kiki, Max‘ erste große Liebe, die jetzt in München lebt. Ein nächtlicher Zufall bringt Max und Chau auf eine Geschäftsidee, die ihr frisch begonnenes Studium schnell in den Hintergrund rücken lässt. Ihr Plan funktioniert – bis er zum Staatsakt wird. Für alle, die wissen, wie sich Verlorensein anfühlt – und wie schön es ist, wenn man das Leben trotzdem in die eigene Hand nimmt. ‚Dieses Buch hat Tempo, Herz und einen Hund. Was will man mehr.‘ Ronja von Rönne
‚Wenn ich mir von jemandem ein Buch hätte wünschen dürfen, dann von Betterov.‘ Lena Brasch (Klappentext)

Max liegt auf dem Asphalt. Blaulicht flackert tonlos. Das hat er sich alles anders vorgestellt, denkt er. Seine Hand möchte kurz nach unten greifen, weil etwas klebt und er denkt, dass es Blut ist, aber sie kann es nicht. Es könnte auch etwas anderes sein, zum Beispiel der Inhalt der Sprite-Dose, die einige Meter von ihm entfernt liegt, aber eigentlich will er es gar nicht so genau wissen. Jemand beugt sich über ihn, schwarz gekleidet mit Sturmmaske. Ein Funkgerät kracht. „Wie heißen sie? Können sie mich hören?“ „Ja.“ „Tut ihnen was weh?“ „Ja. Nein.“ „Was denn jetzt?“ „Ich spüre nichts.“

11 Tage bis zum Crash

Kiki und er waren schon eine Weile zusammen. Sie teilten jeden Gedanken, mobil oder per Face Time. Sie schlief bei ihm oder er bei ihr. Es hatte lange gedauert, bis er sie in der Schule angesprochen hat. In jeder Pause versuchte er zufällig in ihrer Nähe zu sein. Sie habe einen Freund, hieß es. Dann stand er ihr gegenüber und fragte irgendwas Blödes, das er an ihrer Stelle auch verneint hätte. Ein Jahr lang heulte er sich in einen oberflächlichen Schlaf. Dann hieß es, dass der Freund nicht mehr aktuell sei. Er fragte ihre Freundin, ob er Kikis Nummer haben könne. Sie sagte, er soll einfach  mit Kiki reden, so mache man das und das tat er. Kiki sagte ja und gleich am Nachmittag schrieb er ihr, ob er sie zum Essen einladen dürfe und sie sagte wieder ja. Dann wollten sie zusammen nach Berlin, er zum Jurastudium, sie Wirtschaft. Sie hatten sich schon alles in den buntesten Farben ausgemalt, die erste gemeinsame Wohnung. Die Inserate im Internet aber sagten, das sei unbezahlbar. Er konzentrierte sich auf WG-Zimmer und fragte nach, aber die wollten alle jemanden zum Kochen, so mit Geselligkeit, aber darauf hatten Kiki und er keinen Bock. Und dann fand sie in München ein besseres Studienangebot, das sei doch nicht für lange und sie würden sich ja an den Wochenenden sehen. Und dann zog Max mit Chan in eine kleine Bude in Berlin und dann haben die beiden gemerkt, dass es in Berlin viele Hund gibt, auf die niemand so recht achtet, weil das Handy wichtiger ist. Ja, und dann hatten sie einige gute Ideen. 

Fazit: Der Musiker Manuel Bittorf alias Betterov hat in seinem Romandebüt drei junge Menschen gezeichnet. Sein Protagonist Max, aus dessen Sicht erzählt wird, liebt Kiki und Kiki liebt Max. Doch die Lebensumstände treiben das junge Paar auseinander. Max geht mit seinem schrägen Schulfreund von der Provinz in die Landeshauptstadt. Ein Tag vor Semesterbeginn endet für Max im Chaos. Eigentlich wollte er nur noch kurz etwas essen und ein Bierchen trinken und gerät mitten hinein in dit Berliner Kneipennachtleben. Die Geschichte sprüht vor Witz und Kreativität. Die Sprache ist locker und absolut überzeugend. Das Erzähltempo rasant. Das erste Kapitel beginnt mit dem vermeintlichen Ende, das sich in Gänze erst zum Schluss klärt. Von da aus wird kapitelweise im Countdown erzählt. Durch einige Rückblicke lerne ich Kiki und die schöne Beziehung zwischen den beiden kennen und auch Max Familie wird mir vorgestellt, die ein tragisches Schicksal ereilt. Bei allem Blödsinn, auch aus der Not heraus, die Max und Chan treiben, sind mir alle Beteiligten ans Herz gewachsen. Das war ne richtig geile Zeit Betterov, danke dafür. Für alle, die „Tschick“ von Wolfgang Herrndorf lieben. 

Der Autor: Manuel Bittorf, geboren 1994 in der Nähe von Eisenach, arbeitete mehrere Jahre am Theater und studierte später Schauspiel an der Universität der Künste Berlin. Unter dem Namen Betterov ist er einer der erfolgreichsten Künstler der deutschen Musikszene. 2025 veröffentlichte er sein gefeiertes Album Große Kunst, mit dem er in den Top 10 der Charts landete und 2026 eine große Tournee spielte. Goldener Retriever ist sein Debütroman. Manuel Bittorf lebt in Berlin.

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