Rezensionen Landleute

Landleute von Daniel Mason

Autor: Daniel Mason, Genre: Stadt-Land-Satire, Verlag: C.H. Beck, ISBN: 978-3-406-85120-91. deutschsprachige Auflage 09/2026, 350 Seiten, Preis Hardcover €26,00

Aus dem Englischen von Cornelius Hartz

New York Times Bestsellerautor

Werbelink*
Werbelink*
Werbelink*

Als Miles und Kate mit ihren beiden Kindern für ein Jahr aufs Land ziehen, will Miles die neu gewonnene Ruhe nutzen, um endlich seine Doktorarbeit abzuschließen – zwölf Jahre später als geplant. Doch während seine Frau als Gastprofessorin beruflich aufblüht, begegnet ihm die neue Nachbarschaft vor allem von ihrer kuriosen Seite. Umgeben von kauzigen Sonderlingen und Lokallegenden dringt Miles immer tiefer in das Landleben ein – in eine Welt, die weniger von beschaulicher Idylle geprägt ist als von den skurrilsten Begebenheiten. Der amerikanische Bestsellerautor Daniel Mason erzählt warmherzig und ungemein komisch vom unverhofften Glück, seinen Platz genau dort zu finden, wo man es am wenigsten erwartet. Als Miles und Kate, ein Akademikerpaar aus Kalifornien, mit ihren beiden Kindern aufs Land ziehen, erleben sie in der Provinz mehr als nur eine schräge Überraschung. Während Kate durch ihre Gastprofessur schnell Anschluss findet, steht Miles vor der Herausforderung, als Doktorand und Hausmann in der eingeschworenen Dorfgemeinschaft zu bestehen. Seit vierzehn Jahren schreibt er mittlerweile an seiner Doktorarbeit, und die ländliche Idylle bietet neue Ablenkungsmöglichkeiten: Miles lernt Skilanglauf und Sensenmähen, und er wird Mitglied einer Gruppe verschrobener Einheimischer, die an eine Hohlwelt unter der Erde glaubt. Was wie harmloser Eskapismus wirkt und Miles Halt im fremden Alltag gibt, entwickelt nach und nach eine eigentümliche Sogkraft, die feste Überzeugungen ins Wanken bringt. Mit bestem Gespür für Alltagskomik und einem Blick für die existenziellen Fragen dahinter zeichnet Daniel Mason das ländliche Amerika ebenso liebevoll wie er die Selbstgewissheit seiner Städter ironisch entlarvt. (Klappentaxt)

Kate und Miles fahren mit ihren beiden Kindern von Kalifornien an die Ostküste. Die begnadete Kate hat eine Gastprofessur ergattert und Miles will die Zeit und die neue Umgebung nutzen um, nach nunmehr zwölf Jahren, seine Doktorarbeit zu beenden. Miles sitzt auf dem Beifahrersitz, er hatte sich zwischenzeitlich einiger Verkehrssünden schuldig gemacht. Auf ihm thront der Familienhund Guiseppe, ein Lagotto Romangolo, weil zwischen den Kindern eine Kiste Goldfisch-Cracker steht. Sie kauften den Wasserhund, weil er nahezu frei von unnötigem Fellverlust ist. Die lange Strecke fuhren sie einzig und allein dem Hund zuliebe, um ihm die Quarantäne zu ersparen. Sie hatten ein kleines Haus gefunden, dessen Vermieter sie kostenfrei wohnen ließ, sofern sie sich bereit erklärten, neben dem Wohnen nach dem rechten zu sehen. Auf dem Rücksitz werkelten Olive und Wesley seit sieben Stunden auf den großmütterlichen Webrahmen und zauberten Topflappen. Als die sieben Tüten mit den bunten Bändern aufgebraucht waren, quengelten die Kinder. Sie sollten sich doch mal die schöne Landschaft anschauen, insistierte Kate. Doch die Landschaft hatte nichts zu bieten, als den drei Meter breiten Randstreifen aus Gras, der den Highway umgab. 

Als sie nach Tagen endlich ankamen, schliefen Olive, Wesley und Guiseppe gerade. Kate und Miles schlichen aus dem Auto, um sich erst einmal alleine umzusehen und herauszufinden, ob das Haus des Wirtschaftswissenschaftlers Norbert Rumphius Schwächen vorzuweisen hatte. Das hatte es nicht. Es war alleinstehend, nahe eines Waldstücks gelegen, mit großem Garten. Sie fanden den Schlüssel wie versprochen unter einem Pfefferminzblumentöpfchen. Innen war alles unkonventionell, links das Wohnzimmer mit einem unversehrten Holztisch, zwei Sofas, makellosem Holzboden und weißem Teppich. „Du hast ihm gesagt, dass wir Kinder haben?“ „Kinder ja.“ „Hast du ihm auch gesagt, dass wir einen Hund haben?“

Fazit: Der Schriftsteller, Psychiater und Assistenzprofessor für Psychiatrie hat in diesem Roman eine amerikanische Familie gezeichnet, die von der Stadt nach Vermont zieht, damit Kate Literatur unterrichten kann. Ihr Mann konnte sich in zwölf Jahren noch nicht so recht auf das Thema seiner Doktorarbeit festlegen. Er liebt die russischen Dichter und möchte seine Dissertation den russischen Volksmärchen widmen. Bauern, die sich in magische Wesen verwandeln, Bauern, die sich gegenseitig umbringen und treulose Bäuerinnen, die ihren Männern Hörner aufsetzen, schweben ihm vor. Während Kate sich mit Leichtigkeit einlebt, scheitert Miles an der Akzeptanz der Landleute für seine Rolle als Hausmann. Er trifft immer wieder auf skurrile Persönlichkeiten und findet allerlei Ablenkung vom Dissertationsalltag. Zufällig driftet er in eine Gruppe von Leuten, die ganz ernsthaft an eine unterirdische Welt glauben. Eine neue Sphäre in der Erde sozusagen. Daniel Mason schreibt sehr unterhaltsam mit feinem Humor, der ein wenig an John Irving erinnert. Der Autor vieler Bücher (New York Times Bestsellerautor), die in zwanzig Sprachen übersetzt wurden, kann definitiv schreiben und die Situationskomik und Kreativität ist bewundernswert. So richtig abgeholt hat die Geschichte mich persönlich allerdings nicht. Es geht um den Wunsch nach Veränderung, Prokrastination und das Suchen. 

Der Autor: Daniel Mason, 1976 geboren, arbeitet als Schriftsteller, Psychiater und Assistenzprofessor für Psychiatrie an der Stanford University. Seine Romane standen auf der New York Times-Bestsellerliste und wurden in über 20 Sprachen übersetzt. Bei C.H.Beck erschienen „Der Wintersoldat“, „Der Klavierstimmer Ihrer Majestät“ und „Oben in den Wäldern“. 

Du magst vielleicht auch

Kommentar verfassen